Der SV Fachbach e.V.

Über die Erstgründung des Sportvereins Fachbach ist nur bekannt, dass sie vor dem Jahre 1914 gewesen sein muss. Seitdem wurde der Sportverein mehrmals aufgelöst und wieder gegründet. Das erste Aus kam kurz nach dem 1. Weltkrieg bis schließlich 1920 Bernd Martin und Johann Burkhard die Vereinstätigkeit wieder aufleben ließen. Der „Sportverein Fachbach e.V. 1920“ war geboren. Die ersten Trikots und Bälle wurden aus Theateraufführungen und Musikdarbietungen finanziert. Nach 5 Jahren erhielt der Verein schließlich seinen eigenen Sportplatz im Fachbachtal, so dass man für die Heimspiele nicht mehr auf den Miellener Platz ausweichen musste. Spielermangel war der Grund, warum der Verein 1935 erneut aufgeben musste.

Es dauerte 10 Jahre – dazwischen lag der 2. Weltkrieg – bis sich 1945 ein paar couragierte, sportbegeisterte Männer und Jugendliche bei einem Treffen in der Backstube von Julius Schmalz dazu entschlossen, den Sportverein wiederauferstehen zu lassen.

Dies waren Heinrich Heibel II, Gottfried Schmidt, Willi Loth, Julius Schmalz, Horst Justen, Rudolf Fuchs, Julius Fisch und Heini Riehl. Die damalige französische Militärregierung hatte von dem geheimen Treffen Wind bekommen und verhaftete Julius Schmalz am nächsten Tag beim Brotaustragen in Nievern. Es wurde ihm zum Vorwurf gemacht, ohne Genehmigung der Militärregierung einen Verein gegründet zu haben. Der sportbegeisterte französische Kommandant, Leutnant Fermodelle, ermöglichte jedoch unerwarteter Weise die Gründung des Vereins und verpflichtete zugleich Julius Schmalz als Schiedsrichter für den darauffolgenden Sonntag, an dem Franzosen aus Fachbach gegen eine Fußballmannschaft aus Dausenau antraten.

Der Verein, unter Vorsitz von Heinrich Heibel II und Julius Schmalz erhielt den alten Namen „Sportverein Fachbach e.V. 1920“. Schon in der Saison 1946/47 wurde die Mannschaft Meister in der C-Klasse des Fußballverbandes Rheinland, Gruppe Taunus sowie Pokalsieger. Danach meldete sich der Verein in die B-Klasse der Gruppe Koblenz, wo sie wiederum in der Saison 1947/48 die Meisterschaft gewannen. Nach ein paar Jahren in der A-Klasse, die aus 4 Gruppen bestand, wurde der SV Fachbach e.V. 1920 Gruppensieger und stieg zusammen mit Boppard in die 2. Amateurklasse auf. Es folgten spannende Spiele mit enormen Zuschauerzahlen. Trotz des Verdienstes von Männern wie Heinrich Heibel II, Dr. Ernst Krämer, Jupp Vomweg, Kurt Fudickar und Willi Lohmann kam der Spielbetrieb durch widrige Umstände 1964 erneut zum Erliegen und sollte auch 18 lange Jahre nicht mehr aufgenommen werden.

1978 wurde eine Hobbyfußballmannschaft mit dem Namen HFC Rebstock von fußballbegeisterten Jugendlichen aus der Taufe gehoben. Nach 5 Jahren, im Oktober 1981, entschlossen sich die Hobbyspieler einen ins Vereinsregister eingetragenen Verein zu gründen, der den alten SV Fachbach e.V. 1920 mit einigen ehemaligen sowie neuen Mitgliedern wiederaufleben lassen sollte. Im Dezember 1981 wurde die Satzung in einer Mitgliederversammlung angenommen und im März 1982 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Lahnstein.

Der neue SV Fachbach e.V. verzeichnete zu dieser Zeit 18 aktive sowie 6 inaktive Mitglieder. Vorsitzender des Vereins war im Gründungsjahr Heinz Noll und in den Folgejahren Edmund Richartz. Gespielt wurde in der Kreisliga C des Rhein-Lahn-Kreises, das 1.Meisterschaftsspiel fand am 05. September 1982 unter Trainer Fritz Biller aus Bad Ems statt. Die Anmeldung einer 2. Mannschaft konnte bereits 2 Jahre später erfolgen. 1985/1986 errang man die Meisterschaft in der C-Klasse unter Trainer Hans Kupp und somit den Aufstieg in die B-Klasse. Der bisher genutzte Hasenkümpel wies jedoch nicht die in der B-Klasse erforderlichen Abmessungen auf, so dass man sich auf die Suche nach einem neuen Platz für die Heimspiele machen musste. Die Nachbargemeinde Nievern lehnte die Mitnutzung ihres Sportplatzes ab. Auch die Nutzung des verbandseigenen Sportplatzes im Stadion Silberau wurde vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems nicht gestattet. Der 1. Vorsitzende Edmund Richartz nahm diese Entscheidung jedoch nicht einfach hin, sondern ließ sich auf einen harten Kampf ein. Er betrieb ein intensives Studium des Sportfördergesetzes, das die gesetzlichen Vorgaben für eine Zustimmung lieferte und schaltete letztendlich das Innenministerium ein. Der Erfolg gab ihm recht, denn schließlich erfolgte die Zustimmung der Verbandsgemeinde Bad Ems zur Nutzung des Stadions Silberau für die Heimspiele. Einen Haken hatte die Sache dennoch: Der Verein sollte pro Spiel 120,00 DM zahlen. Doch auch dies wurde abgewendet, es durfte schließlich kostenfrei gespielt werden – lediglich die Erhebung von Eintrittsgeldern wurde untersagt.

Drei Jahre konnte sich der SV Fachbach e.V. im Mittelfeld der B-Klasse halten, bis die C-Klasse wieder zur Heimat wurde. Dort blieb die 1. Mannschaft schließlich bis zur Saison 1999/2000. Dann endlich wurde die Spielgemeinschaft Nievern/Fachbach gegründet, um mit einer spielstarken Mannschaft in der B-Klasse vorne mitzuspielen. Die 2. Mannschaft der SG Nievern/Fachbach spielt in der C-Klasse. Leiter der Abteilung Fußball ist seit November 1992 Edgar Merfels, davor war es Werner Baumstark. Da die jungen Fußballer von einst nichts von ihrem Fußball-Enthusiasmus verloren hatten, sondern lediglich ein paar Lenze mehr zählten, wurde 1991 kurzerhand eine Alt-Herren-Mannschaft gegründet. 10 Jahre lang wurde diese Abteilung erfolgreich von Reinhold Scheer geleitet. Inzwischen kann die AH Fachbach mit 20 Spielern aufwarten.

Doch nicht nur die Erwachsenen kommen im Verein auf ihre Kosten. Es wurde und wird in Zusammenarbeit mit Hertha Nievern eine hervorragende Jugendarbeit geleistet, die der Fußballverband Rheinland in 1999 mit der Verleihung der Sepp-Herberger-Urkunde belohnte. Initiiert wurde JSG Nievern/Fachbach im Oktober 1983 von Edmund Richartz, der bis Januar 1986 die Leitung und Betreuung übernahm. Seit 15 Jahren hat nun Thomas Lorch dieses Amt inne. Bislang konnten die Jugendmannschaften seit Bestehen jedes Jahr 1 bis 2 Meistertitel erwerben. Bei der JSG Nievern/Fachbach sind 150 aktive Kinder aus beiden Gemeinden gemeldet. Um die jungen Spieler kümmern sich zwölf Betreuer. Im Jahre 1988 wurde von Edmund Richartz eine Badminton-Abteilung aus der Taufe gehoben. War es zu Beginn nur eine Hobbymannschaft, so konnte man im April 1994 dem Badminton-Verband beitreten und noch im gleichen Jahr das erste Spiel der Rheinland-Mannschafts-Meisterschaften (RMM) bestreiten. Von 1995/96 bis 1998 konnte sogar eine 2. Mannschaft daran teilnehmen. Doch auch diese Abteilung fusionierte. Seit der Saison 2000/2001 gibt es eine Spielgemeinschaft mit Arzbach, die 3 Mannschaften gemeldet hat. Trainiert werden die Spieler seit Bestehen 1988 von Günther Mesloh. 65 aktive Mitglieder, nicht nur aus der Verbandsgemeinde, gehören der Abteilung Badminton an. Mitgliedszuwachs für die Hobbymannschaft ist durch regelmäßig stattfindende Schnupperkurse garantiert.

Frank Runkel trainierte fünf Jahre eine Hobbymannschaft der Volleyballabteilung (1993-1998).

Kein Verein ohne Turnabteilung, so auch der SV Fachbach. 1988 wurde die Kinderturngruppe gegründet und von Heidi Runkel und Simone Pesch geleitet. Ab Mitte der 90er Jahre übernahm Gerhard Zupp die Aufgabe, die Kinder spielerisch an Gymnastik und Turnen heranzuführen. Er wurde später unterstützt von Nadine Haehner und Sabrina Kortheuer, die seit 2000 das Training alleine übernommen haben. Als neue Übungsleiterin wird dem SV Fachbach in Kürze Laura Garcon zur Verfügung stehen.

Klaus Klein hat erfolgreich eine Artistikgruppe ins Leben gerufen. Hier liegen die Schwerpunkte im Erlernen des Einradfahrens, des Jonglierens und der Partnerakrobatik.

Auch eine Damen-Gymnastik-Gruppe konnte 1985, unter der Leitung von Anette Franz und Gaby Günther, eingerichtet werden. Sie wurde jedoch im November 1986 wieder aufgelöst. In der Folgezeit mussten die Fachbacher Damen zum TV Bad Ems ausweichen, um sich sportlich zu betätigen. Seit 1995 konnten sie wieder in Fachbach bleiben. Trainiert wurden sie nacheinander von Hannelore Heinz, Herbert Dorsch, Heike Schneider, Svetlana Herzberg und Cathrin Körlings-Hamm. Ab 2006 werden die Fachbacher Damen abwechselnd von Ulla Güll und Lisanne Güll in Bodyforming trainiert.

Nachdem Hannelore Heinz zum TV Bad Ems wechselte, traten Maria Merfels und Renate Scheer die Nachfolge der Showtanzgruppe „Crazy Ladies“ an. Heike Schneider übernahm die Gruppe, die von Michaela Kabas weitergeführt wurde. Im Jahr 2003 löste sich die Gruppe auf.


Das jugendliche Pendant zu den Crazy Ladies bilden die Crazy Kids, die – damals noch namenlos - aus einer Gruppe des Carneval Vereins entstanden sind. 1997 übernahmen Ulla Güll und Martina Gerharz die Leitung der Gruppe und unterstellten die Jugendlichen dem SV Fachbach. Ein Jahr später sprang Carolin Kutscher für Martina Gerharz ein.

Aus der Jugendtanzgruppe "Crazy Kids" entstand die derzeitige Tanzgruppe "Solala". Die Gruppe, bestehend aus ca. elf Jugendlichen, wird bis heute von Ulla Güll betreut.


Heidi Runkel gründete das Männerballett. Nach einem Jahr übernahm Renate Scheer die Leitung. Sie nähte auch die Kostüme der Männer. Sieben Jahre lang war der Auftritt des Männerballett einer der Höhepunkte der Fachbacher Sitzung, bevor sich die Gruppe auflöste.


Im Jahr 2003 wurden die "Fachbacher Pääänz" und die "Dancing Angels" unter der Leitung von Gabi Lorch und Beate Schmidt gegründet. Eine weitere Showtanzgruppe, die Faniba´s
befindet sich zur Zeit im Aufbau.

Alle Tanzgruppen haben eine begeisterte Fangemeinde und tragen zum Gelingen jeder Veranstaltung bei.

Seit 2004 existiert eine Radsport-Gruppe mit ca. 15 begeisterten Radsportlern, die sich jeden Sonntag zu einer Radtour treffen. Sie nehmen auch an verschiedenen Radsport-Wettbewerben (Rad-Marathon z.B. in Rhens, Singhofen etc.) teil. Ansprechpartner sind Achim Wunsch und Reinhold Scheer.

Der SV Fachbach bereichert mit seinen vielfältigen Sportangeboten als größter Verein der Gemeinde (260 Mitglieder) das Leben im Ort. Doch nicht nur dem Sport hat sich der Verein verschrieben, sondern auch dem Spiel und dem Spaß. Von 1991 bis 1998 fand das beliebte Spielfest auf den Lahnwiesen statt, bis der Bau der Umgehungsstraße ein Weiterführen dieser Tradition unmöglich machte. Bei dem heimischen Karnevalsumzug ist der Sportverein immer mit einem Wagen und Fußgruppen vertreten. Durch Benefizspiele, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Turniere wurde so manche auf Spenden angewiesene Organisation unterstützt. Dies alles ist nur möglich durch einen guten Zusammenhalt im Verein.

Die Kontinuität zeigt sich insbesondere darin, dass sowohl der 1. Vorsitzende Horst Lorch als auch der 2. Vorsitzende Edmund Richartz mehr als 15 Jahren amtierten, bevor sie von Günter Meuer und Rainer Zmudzinski abgelöst wurden.